Gedanken vergangener Tage und Anregungen zum nachdenken

Während ich hoch volatile Assets wie Kryptowährungen und Aktien im Portfolio habe, ist mir trotzdem immer die Sicht auf das Wesentliche wichtig. Natürlich ist es von Bedeutung, wie sich einzelne Anlagen verhalten, aber viel ausschlaggebender ist die Gesamtperformance aller Anlagen zusammen. Das große Ganze ist wichtig. Demnach erscheint mir auch die volkswirtschaftliche Betrachtung als sinnvoll.

 

Peter Lynch sagte einst, "es ist nutzlos die Konjunktur, das Zinsniveau oder den Aktienmarkt vorherzusagen (also vergeude keine Zeit mit dem Versuch)". Damit wollte er sagen, dass die volle Konzentration auf der Auswahl der Aktien fokussiert sein sollte, egal wie der Gesamtmarkt bewertet ist. Mich würde interessieren, ob er dies auch heute noch so sehen würde?

 

Noch nie waren die realen Zinsen so negativ wie jetzt. Noch nie wurde seitens der Zentralbanken weltweit so stark interveniert und noch nie wurde die Geldmenge so rasch ausgeweitet wie heute.

 

André Kostolany lehrte uns "Geld ist für die Börse wie der Sauerstoff zum Atmen oder das Benzin für einen Motor. Ohne Geld kann die Börse nicht steigen, auch wenn die Zukunft noch so gut aussieht, Friede herrscht und die Konjunktur gut läuft. Niemand kann Aktien kaufen, wenn er kein Geld dafür übrig hat. Man könnte auch sagen, das Geld ist das Lebenselixier des Aktienmarktes". Die Geldmenge wurde im letzten Jahrzehnt im Zuge der Finanzwirtschaftskrise ausgeweitet um die Märkte zu stimulieren. Dieser Versuch ließ die Weltwirtschaft nur langsam wachsen und die erwartete Inflation blieb bis heute weitestgehend aus. Die ausgeweitete Geldmenge führte lediglich zu einer Inflation an den Finanzmärkten. Nahezu alle Anlageklassen stehen aktuell auf sehr hohem Niveau.

 

Wann werden die Zentralbanken wieder Normalität anstreben und die Bilanzsummen reduzieren, sowie die Leitzinsen wieder anheben und der Börse den Sauerstoff zum Atmen entziehen? Wenn die ausgeweitete Geldmenge des letzten Jahrzehnts zu Fehlallokationen im Sinne von unrentablen Investitionen geführt hat, müssen zukünftig Banken vermutlich große Abschreibungen tätigen oder abermals von Steuergeldern gerettet werden. Die große Frage, die dann im Raum steht wird, ist, werden die Steuergelder ausreichen um diese Löcher zu stopfen und wie werden die Zentralbanken die Märkte abermals stimulieren?

 

Meiner Meinung nach werden die Finanzmärkte kurzfristig von der Psychologie der Massen beeinflusst, während es langfristig mit dem Wirtschaftswachstum verwachsen ist. Jedoch kann eine negative Psychologie der Massen auch das langfristige Wirtschaftswachstum beeinflussen. Wenn alle von einer negativen Zukunft ausgehen, dann werden Investitionen zurückgehalten, wodurch weniger Beschäftigung herrscht usw.

 

Kostolany ging davon aus, dass wenn beide Faktoren Geld und Psychologie positiv sind, auch die Kurse an den Märkten steigen werden. Dieses Szenario trifft aktuell zu. Aber wie lange wird dieser Zustand anhalten? Werden die Zentralbanken wirklich jemals die Leitzinsen erheblich anheben und werden die Bilanzsummen der Zentralbanken weltweit wieder reduziert? Hat die rasche Geldmengenausweitung zu Fehlallokationen im Sinne von unrentablen Investitionen geführt? Wird das System nochmals eine Finanzweltwirtschaftskrise standhalten? Werden die Steuergelder zukünftig ausreichen um das System wieder neu zu starten?

 

Auch wenn ich dies vielleicht schon das ein oder andere Mal erwähnt habe, finde ich es heute wichtiger wie eh und je, sein Portfolio zu diversifizieren. Keiner weiß wie die Zukunft aussehen wird. Um für alle Eventualitäten gewaschen zu sein, sollten wir auf vielen Beinen stehen.

 

Vielleicht kommt alles ganz anders und die Geldmenge landet zukünftig tatsächlich in der Realwirtschaft, wodurch die Inflation angeheizt wird und sich die Staaten sowie die Schuldner von unrentablen Investitionen entschulden können. Somit bedarf es keinen direkten Transfer von Steuergeldern um insolvente Schuldner zu retten. Durch die Inflation würden auch die Umsätze der Unternehmen steigen, was zu gerechtfertigte Aktienbewertungen führen oder die Kurse noch weiter ansteigen lassen würde.

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Wieso ich der kurzen Sicht keine Beachtung schenke

Am 06.09.2017 postete ich den Beitrag "Benchmarkbetrachtung - Arero der Weltfonds vs. eigenes Portfolio". Hierbei zeigte ich, dass mein Portfolio gegenüber der Benchmark im Jahr 2017 bisher schlechter Abschnitt. Der Arero Weltfonds hatte bisher Kursgewinne von 1,87% gegenüber 0,56% meiner Portfolio-Performance zu verzeichnen.

 

Heute, nicht einmal einen Monat später, hat sich das Blatt gewendet. Der Arero Weltfonds steht nun bei 3,34% während mein Portfolio bei 4,46% steht. Dies kann sich aber genauso schnell wieder ändern. Vor allem ist der Kursanstieg meines Portfolios auf nahezu einen Wert zu reduzieren. BYD, ein chinesischer Elektro Automobilhersteller, hatte jüngst eine rasante Rally hingelegt.

 

 

Vermutlich wird mein Portfolio in einem halben Jahr wieder unter der Benchmark liegen oder darüber. Dies weiß ich nicht. Was ich aber weiß, ist, dass ich von meinen Unternehmen im Portfolio überzeugt bin. Deshalb macht es mir nichts aus, wenn mein Portfolio im machen Perioden schlechter wie die Benchmark abschneidet. Es ist nicht möglich, in allen Perioden besser als der Marktdurchschnitt abzuschneiden. Solange langfristig die Tendenz stimmt, ist alles im grünen Bereich.

 

Wie immer gilt es, sich seiner Strategie treu zu bleiben. Man darf den glauben gegenüber dem eigenen Handeln nicht ständig in Frage stellen. Es werden immer wieder Zeiten kommen, in denen der Markt besser abschneidet. Falsch finde ich, immer den Kursen der Aktien hinterher zu laufen, welche gerade eine super Performance hingelegt haben.

Bei einem Einkauf im Supermarkt, rennt man doch auch nicht den Produkten hinterher, welche gerade im Preis gestiegen sind. Wir suchen doch alle nach den Produkten, welche gerade im Angebot sind. Dieses Verhalten müssen wir auch auf die Börse übertragen. Stattdessen eilen viele den kurzfristigen Gewinnen hinterher. Gier frisst Hirn lautet oftmals die Devise. Deshalb bin ich der Meinung, dass eine kurzfristige Sicht nur zu falschen Entscheidungen führt.

 

Um einen aussagekräftigen Benchmark vergleich anzustellen, müssten Zeiträume von mehr als 10 Jahren verwendet werden. Diese Vergleichszahlen, haben die wenigsten Privatinvestoren. Deshalb wird das eigene Portfolio oftmals nach Zeiträumen von 1-2 Jahren mit dem Marktdurchschnitt verglichen. Dieser Vergleich ist aber nicht aussagekräftig. Bei einer Underperformance führt dies nur dazu, dass getroffene Entscheidungen in Frage gestellt werden. Gerne wird auch daraufhin das Anlageverhalten geändert.

 

Wenn nun nach nochmals 1-2 Jahren wieder eine Underperformance festgestellt wird, dann wird häufig abermals die Strategie angepasst. Dies aber ist ein Teufelskreis und führt nur dazu, dass hohe Transaktionskosten verursacht werden. Diese wiederum kosten Performance. Ihr seht ja wohin dies führt.

 

Fazit:

Findet euer Anlagestil und bleibt euch treu. Auf kurzer Sicht, wird es immer mal wieder Perioden geben, in welchen man hinter dem Marktdurchschnitt liegt. Bleibt euch treu. Glaubt an euch. Es ist nahezu unmöglich immer über dem Durchschnitt zu liegen, deshalb sollte eine langfristige Marktdurchschnitts-Performance bereits als Erfolg gewertet werden.

 

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." - Immanuel Kant -

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Anregung zum nachdenken

Wenn alle Value investieren, dann gibt es kein Value. Denn durch die starke Nachfrage, tendieren die Preise zum inneren Werte. Diese Markteigenschaft findet sich in jeglichen Anomalien (Strategien) wieder. Die Value Strategie suggeriert ein Fehlverhalten der Marktteilnehmer gegenüber dem „unterbewerteten“ Unternehmen. Jedoch war der Markt noch nie so transparent wie heute und doch sind etliche Marktteilnehmer der Auffassung, dass eine unterbewertete Unternehmen zu finden, dass alle anderen übersehen. Mit diesem Verhalten wird anderen Marktteilnehmern Inkompetenz unterstellt. Der Markt aber ist nicht völlig ineffizient, auch wenn dies manchmal so erscheinen mag. Wieso aber, sind die Menschen trotzdem oftmals der Meinung raffinierter und ausgeklügelter zu sein, wie alle anderen?

 

Erst wenn dieses Verhalten, der eigenen Überlegenheit abgelegt und den anderen Marktteilnehmern mindestens die eigene Intelligenz zugesprochen wird, dann ist rationales Handeln an der Börse möglich.

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Wieso gibt es nicht die eine richtige Strategie?

Es gibt mittlerweile unzählige Aktienstrategien. Growth, Dividende, Value und Momentum sind einige davon. In den letzten Jahren feiert die Dividendenstrategie ein kleines Comeback, deshalb möchte ich an dieser Strategie aufzeigen, dass es nicht die eine ultimative Strategie gibt. Selbst dann nicht, wenn die Aspekte hinter der Strategie wirklich begründet sind. Dies liegt aber nicht an der Strategie selbst, sondern am Preis, welcher für die Aktie bezahlt wird.

 

Aktuell ist die Dividendenstrategie in aller Munde, da dies der neue Zins sein soll. Das bedeutet, dass immer mehr Käufer im Markt die Preise der Unternehmen in die Höhe treiben lassen. Hierzu habe ich mich mal künstlerisch herangewagt.

Betrachten wir das ganze Mal im Zeitverlauf. Der Kurs der Aktie orientiert sich am intrinsischen Wert und an den Zukunftserwartungen. Die progressive Linie entspricht dem Wachstum des Unternehmens, während die gezackte Linie den Kurs der Aktie widerspiegelt. Der Kurs bleibt in den ersten Jahren nahe der Wachstumslinie, wohin gehend sich der Kurs in den letzten Jahren immer weiter nach oben entfernt. So in etwa könnte es sich aktuell bei den Dividendenwerten abspielen. Das Ganze ist jetzt nur ein Modell und dementsprechend eine Abstraktion der komplexen Realität. Aber alleine im Modell ist schon zu erkennen, dass der aktuelle Kaufkurs gemäßen am Wachstum des Unternehmens, heute nicht gut gewählt wäre.

 

Deshalb glaube ich nicht an die eine perfekte Strategie, sondern konzentriere mich auf die Unternehmen, welche ich als erfolgsversprechend einstufe. Mir ist es somit vollkommen egal, ob sich das Unternehmen gerade in die Klassen Growth, Dividende, Value oder Momentum etc. einstufen lässt.

 

Dieser Eintrag soll einfach nur dazu anregen, sich mit der Thematik zu befassen. Ich denke nicht, dass Dividenden der neue Zins sind.

 

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Immer sofort Aktien kaufen.

Oftmals sehe ich in anderen Finanzblogs, dass jeden Monat mit verfügbaren Kapital sofort Aktien gekauft werden. Entweder ist mal so optimistisch gestimmt, dass der Aktienmarkt immer nur in Richtung Süden marschiert oder man vergisst schlicht Diversifikationseffekte zu nutzen. Langfristig mag der Aktienmarkt immer Richtung Süden marschieren, aber sporadisch kommt es vor, dass hier und da eine Korrektur ansteht. Diversifikation über mehrere Assets kann hierbei behilflich sein. Nicht alle Eier in einen Korb legen oder nicht alles auf eine Karte setzen, ist die Devise.

 

Diversifikation in Kombination mit Rebalancing kann auch in schwierigen Marktphasen das Risiko minimieren. Ich sehe immer öfter den Trend, dass jegliches angesparte in den Aktienmarkt gepumpt wird. Langfristig mag das vielleicht gut gehen, aber wer kann schon sagen, was in 10, 20 oder gar in 30 Jahren ist. Wieso unnötiges Risiko eingehen. Ich verteile mein angespartes in Aktien, Anleihen, Cash und Gold. Dabei diversifiziere ich die Assetklasse Aktien sogar Regional sowie nach Branchen. 

 

 

Da ich keine Wahrsagerkugel besitze und Kaffeesatzleserei nicht beherrsche, kann ich nicht sagen, welche Strategie die richtige ist. Ich versuche nur unnötiges Risiko zu vermeiden. Ich muss nicht dem Rudel in den Abgrund folgen oder die Meinung der Mainstreammedien vertreten. Ich bin wie ich bin, und ich mache mir meine eigenen Gedanken über mein Handeln. Nur weil alle so handeln, muss ich dies nicht auch tun. Blinder Optimismus hat noch niemanden geholfen. Immer sofort mit verfügbaren Kapital Aktien zu kaufen, empfinde ich als zu kurz gedacht.


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Statussymbole und meine Zielperspektiven

Der eine oder andere liebt Statussymbole und erfreut sich über den Luxus denn er sich leisten kann. Ich verzichte größtenteils auf Statussymbole, aber nicht, weil ich diese nicht leiden kann. Bei Statussymbole steht mir der Nutzen im Mittelpunkt. Brauche ich ein großes Auto um meine Nachbarn zu übertreffen? Nein, deshalb reicht auch ein gebrauchter Kleinwagen, der meine Bedürfnisse von A nach B zu kommen befriedigt. Brauche ich mehr Wohnraum um meine Gästen zu beeindrucken? Nein, eine Wohnung die den Umständen entspricht, reicht aus. Alleine diese zwei Konsumausgaben sind für nahezu 80% der Ausgaben verantwortlich. Ich verzichte aber nicht gänzlich auf Statussymbole. Ich möchte niemanden imponieren, nur meine Bedürfnisse nach einem durchdachten und einfachen Leben, realisieren. Dazu gehören eben auch materielle Dinge und unter anderem auch Statussymbole. Statussymbole können unter gewissen Umständen auch als Investition verstanden werden. Beispielsweiße können Markenklamotten auf den Weg der Hierarchie nach oben förderlich sein. Klingt dumm, aber „Kleidung machen Leute“. Das Erscheinungsbild wirkt Wunder auf dem Weg nach oben. Für mich ich ist der Gedanke sich Statussymbole leisten zu können bereits völlig ausreichend. Zu wissen, dass man sich einen Mittelklassewagen leisten könnte, ist mir wichtiger, wie einen zu besitzen.

 

Ziele und Ergebnisse sind wichtig. Ohne Ziele würde es nicht klappen, aber der Weg bzw. der Prozess ein Depot/Geldvermögen zu verwalten und sich Gedanken auf volkswirtschaftlicher- sowie betriebswirtschaftlicher Sicht zu machen, ist meine Leidenschaft. Es macht mir Spaß Geld zu verwalten und es nach eigenem Ermessen anlegen zu können. So blöd es klingen mag, aber die BWL und die VWL gehören zu meinem Leben. Sich Gedenken über ökonomische Zusammenhänge zu machen und daraufhin eine Strategie zu entwerfen, das erfüllt mich mit Leben. Ob meine Strategie, die ich dabei verfolge mir zukünftig Recht geben wird, dass weiß ich nicht. Aber es geht mir schon lange nicht mehr nur um das Ziel/Ergebnis. Es geht mir um Selbstverwirklichung im Leben und diese finde ich darin mein „Vermögen“ nach besten Kenntnisstand und Gewissen zu verwalten. Trotzdem darf die Liebe, Freundschaftspflege, Familienbesuche, Reisen und ähnliches nicht vergessen werden. Der Mix aus all den Aktivitäten führt bei mir zu einem erfolgreichen und glücklichen Leben. Ich habe meine Berufung und Bestimmung gefunden.

 


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Überlegungen zum Markt

Die letzten Tage habe ich mir Gedanken zur Euphorie am Markt gemacht. Immer wenn ich über die letzten Krisen der letzten Jahrhunderte las, dachte ich mir „wie konnten die Menschen damals nur die Vorboten der Krise übersehen“. Heute sind abermals etliche Zeichen zu sehen und wieder strömen die Kleinanleger nach der jahrelangen Hausse in den Markt um etwas vom Kuchen abzubekommen. Die Geschichte wird sich wiederholen, da wir eindeutig nichts daraus gelernt haben. Damals führten die niedrigen Zinsen dazu, dass Kredite aufgenommen wurden, die dann nicht wieder zurückgezahlt werden konnten. Heute ist das Ausmaß weitaus größer. Wann es dazu kommt, weiß niemand. Deshalb bleibe ich meiner Linie treu und behalte meine Allokation bei.


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Real- VS. Nominalverzinsung in Niedrigzinszeiten unter Berücksichtigung der Steuer

Immer öfter wird gejammert, dass es keine Zinsen mehr gibt. Aber wenn man sich die reale Verzinsung nach Steuer der Vergangenheit anschaut, stellt man fest, dass es früher auch nicht besser war. Heute erhalten wir zwar keinen Zins, jedoch gibt es auch so gut wie keine Inflation (Kaufkraftverlust).

 

Wenn man den Freibetrag unberücksichtigt lässt und die Kirchensteuer und die Abgeltungssteuer addiert, so ergibt dies ca. eine Steuerlast von 28%. Heute sind die Zinsen in etwa vergleichbar mit der Inflationsrate. Wie nehmen einfach mal an 0% Inflation und 0% Zinsen. Sprich wir haben keine Zinsen erhalten, sodass wir auch keine Steuern (28%) zahlen müssen. Anders ausgedrückt haben wir weder Zinsen erhalten, noch hat die Kaufkraft an uns genagt.

 

Früher habe wir in manchen Zeiten 2% Zinsen erhalten, jedoch auch 2% Kaufkraftverluste (Inflationsrate) hinnehmen müssen. In diesem Szenario haben wir jedoch Steuern in Höhe von 28% an den Fiskus entrichtet. Somit standen wir schon damals des Öfteren schlechter dar wie heute.  Gerne wird hier auch von Scheingewinnen gesprochen, da diese zwar Nominell eingetreten sind, jedoch Real (abzgl. der Inflation) zu keiner größeren Kaufkraft geführt haben. "Früher, Früher war alles besser" Nein das stimmt so nicht. Nur Früher unterlagen wir der Geldillusion.  Heute fällt uns dies nur auf, da der nominelle Zins (sichtbarer Betrag) fehlt.

 

Das Beispiel ist stark vereinfacht. Zinsen und Inflation schwanken und auch der Freibetrag ist unberücksichtigt geblieben. Es soll einfach dazu anregen die Sachlage objektiv zu bewerten. Nicht immer ist heute alles schlechter, oftmals war es noch nie besser.


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Die Kunst des Leerverkaufes - Welchen Mehrwert bringt mir das Wissen und wie kann ich es nutzen?

Seit längerer Zeit schaue ich auf die hohen Bewertungen am Markt und überlege mir, was im Falle eine Korrektur oder eines Crashs mit meinem Portfolio geschehen würde. Das Thema Leerverkaufen ist mir zwar bekannt und auch kenne ich die Praktiken, jedoch entschloss ich mich dazu das Buch "Die Kunst des Leerverkaufes" von Florian Homm zu lesen. Das Buch erklärt kurz, dafür aber ausreichend das Wissen über die Kunst des Leerverkaufes.

 

Was habe ich mitnehmen können? Im Großen und Ganzen eigentlich nichts, was ich nicht bereits schon wusste. Herr Homm sieht inverse ETFs als eine gute Möglichkeit um an fallenden Kursen partizipieren zu können. Reverse ETFs waren mir bereits bekannt und auch ich sehe das als die einzige Möglichkeit um an fallenden Kursen Gewinne zu erwirtschaften.

 

Man kauft einen inverse ETF und erwirtschaften bei einem Crash oder einer Korrektur gewinne. Dies hört sich vielleicht einfach an, aber der Eindruck trübt. Zum einen wegen der Pfadabhängigkeit (für mehr Informationen verweise ich gerne auf einen Beitrag von justetf.com - Short ETFs: Depotabsicherung?) und zum anderen stellt sich die Frage, ab wann man Short gehen sollte. Wenn ich jemals Short gehen würde, dann nur um mein Portfolio abzusichern (Hedge). Selbst wenn das eigene Depot in einer starken Korrektur nur um wenige Prozentpunkte abgesichert werden kann, so macht dies auf einem langen Zeithorizont einen immensen Unterschied.

 

Die Pfadabhängigkeit wird dann zum Problem, wenn man längerfristig Short geht. Ergo sollte ein Hedge nur kurzzeitig bis zu einem Jahr ausgeführt werden. In einer Hausse Short zu gehen, weil man den Verdacht hegt, dass der Markt überbewertet ist, ist aussichtslos. Hierzu fällt folgendes Zitat ein: "Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent!" (John Maynard Keynes). Ergo sollte der Hedge dann ausgeführt werden, wenn der Markt bereits korrigiert. Nur wie lange korrigiert der Markt und ab wann kommen die selbstverstärkenden Kräfte hinzu? Damit sind z.B. hinterlegte Stopp-Loss-Order gemeint, welche in einer Korrektur ausgelöst werden und den Effekt weiter verstärken. Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, korrigierten die Märkte oftmals ~50%. Wird dies auch zukünftig so sein? Das weiß niemand, aber die selbstverstärkende Kräfte werden eintreten und dann wird die Politik sich mit aller Gewalt dagegen stemmen, um das worst case zu verhindern. Womöglich wieder mit quantitative Lockerung (billigem Geld). Vermutlich geht dann alles wieder von vorne los, bis es wieder zu einer Übertreibung (Blasenbildung) kommen wird.

 

Aber wieso verhindert die Politik die Blasenbildungen nicht? Dies ist eigentlich relativ einfach zu beantworten. Ab wann ist eine Blase eine Blase? Keiner möchte die Wirtschaft durch Einschränkungen bremsen um als Spielverderber dazustehen. Beim Platzen einer Blase werden Steuergelder verpulvert um schlimmeres zu verhindern. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, bedarf es an einer kritischen Masse. Bis dahin wird sich dieser Kreislauf endlos wiederholen. Nun aber wieder zurück zum Thema Leerverkaufen. Werde ich nun bei Bedarf Short gehen oder nicht? Dies kann ich nach heutigem Stand der Dinge leider nicht beantworten. Abgeneigt bin ich nicht einen leverage (maximal 3fach gehebelt) inverse ETF kurzzeitig zu erwerben. Dadurch würde ich aber weniger Geld erwirtschaften, sondern lediglich den Weg nach unten wenige Prozentpunkte  abfangen wollen. Ich würde jedoch maximal nur fünf prozent meines Bestands in einen inverse ETF investieren. Ferner würde ich nur bei bereits eingetretenem Kurssturz, bei dem sich die selbstverstärkenden Kräfte in Gang gesetzt haben, Short gehen. Aussteigen würde ich dann bei ca. ~50% von den ATH der globalen Leitindizes. Aber wie bereits gesagt, weiß ich nicht, ob ich überhaupt bereit bin auf fallende Kurse zu setzen. Bei diesem Thema sollte sich jeder selbst die Frage nach der Ethik und der Moral stellen.

 

Wie bereits schon einmal erwähnt, bin ich kein Pessimist nur Realist. Ich versuche die Dinge objektiv und rational zu sehen. Ich werde nicht auf heile Welt machen, wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Meine Entscheidungen basieren auf Rationalität und nicht auf Dummheit vieler. Auch wenn ich hierzu oftmals von der Mehrheitsmeinung abweiche und nicht mit dem Mainstream mitschwimme. Ich bilde mir meine eigene Meinung, welche zumeist auf Zahlen beruht. Trotzdem bin ich nicht fehlerfrei und deshalb werde ich meine getroffenen Entscheidungen von Zeit zu Zeit reflektieren um besser zu werden.


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In heutigen Zeiten die Objektivität nicht aus den Augen verlieren - Aus der Vergangenheit lernen

Vor etwa zwei Jahren erfuhr ich durch einen Bekannten, wie das Anlageverhalten zur Millenniumblase war. Er sagte mir, dass selbst die Kellnerinnen in der Kneipe über Aktien redeten und dass eine gekaufte Aktie bereits nach wenigen Tagen manchmal im mittleren zweistelligen Bereich gestiegen war. Damals traf die Baisse die Anleger kalt und viele verloren ihr Geld. Doch was können wir aus der Vergangenheit lernen? Hierzu müssen wir uns nur den S&P500 Shiller KGV anschauen. Jedes Mal, wenn der S&P500 einen Schwellenwert überschritten hatte, kehrte sich das ganze um. Das ist bereits etliche Male geschehen und vermutlich wird es dieses Mal wieder geschehen. Andere Indizes haben bereits auch enorm hohe Bewertungen erreicht.

Quelle: multpl.com
Quelle: multpl.com

Auch wenn ich die Euphorie von damals nur aus Hörensagen kenne und die Stimmung wahrscheinlich noch euphorischer war wie heute, so ist doch auch jetzt eine solche Stimmung zu bemerken. Es werden immer mehr Depots eröffnet und die Wertpapierkredite sind auf schwindelerregende Höhen angestiegen. Ich bin Freund des Shiller KGVs und ich halte sehr viel davon, weshalb es mir doch etwas aufstößt, wenn ich die Marktbewertungen ansehe. Ich bin kein Crashphilosoph aber auch kein Schönredner. Ich versuche lediglich die Dinge objektiv zu betrachten. Beim Aktienkauf kann ich meine Augen nicht vor solchen Fakten verschließen und hoffen das eingehende Dividenden schon alles Regeln werden. Trotz allem glaube ich mit meiner Strategie gut aufgestellt zu sein. Was ich ändern möchte, ist die Intensivierung der Qualität mit der ich meine Unternehmen aussuche.

 

 

Ferner möchte ich nur für den Fall der Fälle vorbereitet sein und werde die Tage das Buch "Die Kunst des Leerverkaufes: Wie Sie Ihr Portfolio vor Verlust schützen u. bei fallenden Werten profitieren können. Die Pflichtlektüre zum Thema Leerverkauf für angehende u. professionelle Investoren" von Florian Homm et al. (2017) lesen. Dies heißt aber nicht, dass ich Leerverkäufer werden möchte. Ich möchte dies lediglich verstehen und nur für den äußersten Fall einen Plan B in der Hinterhand haben. Ich lege mir gerne Realoptionen zu Recht, sodass ich jederzeit auf Alternativen zurückgreifen kann. Ich bin solchen Themen offen gegenüber, da ich nicht nur ausschließlich auf Dividenden fixiert bin.




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Zinseszins mal anders

Annahme:

1,75% globales Wirtschaftswachstum

40 Jahre

 

Bei 1,75% Wirtschaftswachstum, haben wir nach 40 Jahren eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung. Das bedeutet, dass sich die Wirtschaft, die sich seit Adam und Eva entwickelt hat, in den nächsten 40 Jahren verdoppeln wird. Dieses Ausmaß muss man erstmal verstehen.

 

Nun kann man sich die Frage stellen, ob dies so ewig weitergehen kann.

 

Ich sage nein, aber gleichzeitig gehe ich davon aus, dass wir die Grenzen des Wachstums noch lange nicht erreicht haben. Ich denke, dass wir auch in den nächsten 50 Jahren nicht an die Wachstumsgrenze stoßen werden. Ich mache mir keine Sorgen, dass das Wachstum in den nächsten Jahrzehnten stagnieren wird. Klar kann eine Krise aufkommen, aber auf lange Sicht wird die Wirtschaft wachsen, dessen bin ich überzeugt. Deshalb werde ich auch in den nächsten Jahrzehnten weiterhin fleißig Geld in Unternehmen investieren.

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Ich bin nicht Warren Buffett

Als ich mit dem investieren begann, suchte ich nach langfristigen Erfahrungen. Ich musste das Rad ja nicht neu erfinden. Was sich langfristig bewährt, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit (meiner Meinung nach) auch weiterhin bewähren. Warren Buffett agiert seit über 50 Jahren erfolgreich an der Börse. Dies waren genau die Erfahrungen die ich suchte.

 

Also las ich die Biographie Warren Buffetts. Ich merkte schnell, dass dies genau das war, dass ich suchte. Warren Buffetts Devise lautete Konzentration statt Diversifikation. Er investierte gezielt in Unternehmen, sodass ein großer Anteil seines Portfolios auf ein Unternehmen entfiel. Dies versuchte ich auch. Hierzu las ich sämtliche Informationen über alle Unternehmen, die zu dem Zeitpunkt irgendwie in die Schublade „unterbewertet“ einzustufen waren. Ich versuchte irgendetwas zu finden, dass der Markt noch nicht eingepreist hatte. Am Schluss hatte ich ein Portfolio in dem das größte Unternehmen 30% des Depots ausmachte. Wenn sich der Kurs des Unternehmens bewegte, schwankte das Depot dementsprechend mit. Ein einzelner Wert mit über 30% Anteil ist somit maßgebend für die Entwicklung des Depots verantwortlich.

 

Sollte der Kurs über einen längeren Zeitraum fallen, so ist man ständig auf der Suche nach Informationen, die dies begründen. Immer wieder stellt man seine Kaufgründe in Frage. An ruhige Nächte ist nicht zu denken. Fragen wie „habe ich etwas übersehen“ oder „habe ich mich ausreichend über das Unternehmen informiert“ gehen einen durch den Kopf. Auch wenn die Kaufentscheidung absolut rational begründet ist, kann der Markt auch über lange Zeit irrational handeln.

 

„Der Markt kann länger irrational bleiben als man selbst solvent.“ - John Maynard Keynes -

 

Deshalb entschied ich mich gegen Konzentration und für Diversifikation. Denn ich bin nicht Warren Buffett.

 

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Wie lange werde ich meine Strategie von einer 20%igen Goldquote verfolgen?

Wie bereits schon mehrfach erwähnt, ich möchte keine endlosen Berichte schreiben, lediglich meine Gedanken kurz zu Wort bringen.

 

Zunächst einmal sollte man sich die Leitzinsen seit 2000 anschauen. Diese wurden damals in den Industrieländern weltweit gesenkt. Damals war der Leitzins der USA bei 1 % und es kam zu einem großen Aufschrei.

Quelle: Finanzen.net
Quelle: Finanzen.net

Die Leitzinsen wurden immer weiter gesenkt um die Wirtschaft anzukurbeln. Die geringen Zinsen begünstigten Fehlallokation des Geldes. Es wurden viele Investitionen getätigt wurden, welche nur gering rentabel waren. Diese Fehlallokationen wären bei höheren Leitzinsen vermutlich nie eingetreten. Die geringen Leitzinsen ermöglichten den Unternehmen gute Auftragslagen, woraufhin die Aktienkurse auf unerreichte höhen kletterten. 

Quelle: justetf.com
Quelle: justetf.com

Als die Leitzinsen 2004 wieder anstiegen und die Kredite verlängert werden mussten, stiegen auch die Zinszahlungen zu den Investitionen teilweiße um mehrere hundert Prozent. Auch Variable Zinsen auf Kredite stiegen plötzlich rasant an. 2008 kam es zur Finanzkrise und das entweichen der Fehlallokationen (Blase). Hypothekenkredite konnte nicht mehr bedient werden und die verbrieften Papiere verloren massiv an Wert.

 

Nun etliche Jahre später sind die Leitzinsen der Industriestaaten abermals auf Rekordtief. Was damals nach der Anhebung der Leitzinsen passiert ist, wissen wir nun bereits. Wieso sollte es diesmal anders sein? Leider liegt es in der Natur des Menschen nur sehr langsam aus Fehlern zu lernen. Ich denke, dass wir aus der letzten Finanzkrise nur wenig gelernt haben.

 

Laut dem Maastricht Vertrag liegt die Schuldenobergrenze bei max. 60% des BIP´s. Im Zuge der aktuellen Leitzinsen von 0% können sich die Staaten entschulden. Begünstigt wird dies durch das Aufkaufen der Europäischen Staatanleihen der EZB. Die Leitzinsen zu senken um das Entschulden der Staaten zu unterstützen ist normalerweise nicht Ziel der europäischen Zentralbank. Die EZB hat das vorrangige Ziel die Preisstabilität zu gewährleisten. Sollte die Inflation anziehen, muss die EZB die Leitzinsen anheben.

 

Angenommen durch die günstigen Rahmenbedingungen, könnten sich die Staaten entschulden und tatsächlich die Obergrenze von 60% im Laufe der nächsten Jahre erreichen.

Spätestens dann muss der Leitzins wieder angehoben werden. Hierbei werden alle Fehlallokationen ans Licht kommen. Ein Blick auf die Leitzinsentwicklung lässt vermuten, dass wir uns heute in etwa da befinden, wo wir 2003 standen. Folgend die Goldpreisentwicklung in Dollar.

Quelle: Finanzen.net
Quelle: Finanzen.net

Trotzdem denke ich, dass die Anlageklasse Aktien auch zukünftig alle anderen Anlageklassen langfristig outperformen wird. Nach dem Crash ist vor dem Crash. Ich denke das eine 20%ige Goldquote und ein jährliches Rebalancing in der nächsten Dekade zu einer höheren Rendite bei geringeren Volatilität führen wird. Auch wenn meine Allokation den Markt in den nächsten Jahren nicht schlagen wird, werde ich weiterhin meiner Strategie treu bleiben. Ich gehe nicht davon aus, das die Welt untergeht. Ich sehe das ganze vielmehr als ein langfristigen Zyklus.

 

Anmerkung: Sollten die Staatschulden nicht reduziert werden können, wird Gold auch profitieren.

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Warum ich an Rückkopplungseffekte, Irrationalität, aber nicht an die  Effizienzmarkthypothese glaube

Ich glaube nicht an die Effizienzmarkthypothese. Diese Theorie besagt, dass die Finanzmärkte in dem Sinne effizient sind, dass vorhandene Informationen bereits eingepreist und daher kein Investor in der Lage ist, einen dauerhaft überdurchschnittlichen Gewinn zu erwirtschaften.

Vielmehr glaube ich an die ständige Übertreibung und Untertreibung. In der Betriebswirtschaftslehre wird gerne vom Homo oeconomicus dem Menschenbild des rationalen nutzenmaximierers gesprochen. Ich hingegen sehe aber keine dauerhafte  Rationalität im menschlichen Handeln. Meiner Meinung nach ist der Markt nicht rational. Menschen handeln irrational und oftmals von Gefühlen geleitet.


Rückkopplungseffekte treten dort auf, wo eine kritische Masse überschritten wurde. Wenn eine Aktie um paar Prozente fällt, löst dies noch keine Panik aus. Wenn eine Aktie aber weiterhin abstürzt, machen sich die Medien über das Unternehmen her und berichten vom Untergang der Firma. Dies verursacht bei vielen Anlegern das Gefühl die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Daraufhin treten Rückkopplungseffekte auf und weitere Verkäufe werden getätigt. Diese Effekte verstärken sich von ganz alleine und das ganze nimmt seinen Lauf. Rückkopplungseffekte sind auch bei steigenden Aktien möglich.

 

Deshalb sage ich, dass der Markt irrational handelt. Dauerhafte überdurchschnittliche Gewinne sind trotzdem nicht möglich. Den Markt immer zu schlagen, ist Wunschdenken.

 

Die Moral:  Buy und Hold Anleger sollten sich von Rückkopplungseffekten nicht verwirren lassen und sich Ihrer Entscheidung treu bleiben. Den Markt in allen Perioden zu schlagen ist eine Illusion, jedoch sollten die eigenen Regeln, Strategien und Ziele nicht gleich über Bord geworfen werden. Hin und her macht Taschen leer und den Banker erfreut es sehr.

 

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